Meine Gedanken zu Scharnow

Seelenparkplätze, Wiedergeburten, Weltverschwörungen.
Telepathische Tiere, eine junge Liebe, ein Loch in der Realität.

Die Liste skurriler Erscheinungen in Bela B.’s Erstlingswerk scheint endlos. Ich sehe mich einem Wirrwarr aus Beziehungen und Handlungen gegenüber, das zu keinem Zeitpunkt den Anschein erweckt, einem roten Faden zu folgen. Fast ein bisschen wie das wahre Leben mit ein paar übernatürlichen Extras.

Meine Reaktion nach den ersten Kapiteln: Was zur Hölle ist los in Scharnow? Ich bin verwirrt, verstört, vergnügt und irgendwie alles gleichzeitig.

Spätestens ab der Hälfte packt es mich dann. Skurrilität wird Normalität. Der Anblick des Hundes von Obama wohl nie mehr der gleiche sein. Ich will wissen wie die einzelnen Episoden zusammenfinden und ob dieses verrückte Geschehen überhaupt irgendwann ein Ende findet.

Wäre der Roman von einem anderen Autoren – ich hätte ihn wohl nach den ersten Kapiteln aus der Hand gelegt. Höchstwahrscheinlich gar nicht erst gekauft. Nicht mein Thema. Nicht mein Genre. Überhaupt eigentlich schwer, den Roman irgendwie einzuordnen.

Doch als eingeschweißter Fan blieb mir keine Wahl. Das Wissen um Werk und Werdegang des Autors hat mich getrieben und am Ende nicht enttäuscht. Herr B. beschreibt eine Welt, in der Unmögliches möglich ist und liefert wahnwitzige Erklärungen für Phänomene, die starke Ähnlichkeit mit unserer Gegenwart aufweisen. Teilweise gelingt ihm das so absurd und schön, dass ich seinen ungewöhnlichen Interpretationen des Möglichen am liebsten Glauben schenken würde. Ein unterhaltsamer, kurzweiliger und eigensinniger Roman, der seinesgleichen sucht.

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