Ich bleibe, bis der Wind umschlägt.

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Räucherrituale
Räucherrituale

Unser Leben ist Ausdruck einer langen Kette von Zufällen. 

Bis heute wissen wir nicht genau, wie Leben entstehen konnte. Wir sind hervorgegangen aus den Rhythmen der Welt, die uns umgibt. Folgen wir ihnen, stärken wir unsere Intuition. Wenden wir uns von ihnen ab, folgen wir unserem Verstand. 

Wandel ist ein typischer Ausdruck dieser Rhythmen und wird von uns Menschen, solange er die Natur betrifft und einigermaßen voraussehbar ist, als durchaus angenehm empfunden. Sehen wir uns dagegen mit plötzlichen, vielleicht unerwarteten Veränderungen konfrontiert, fassen wir diese allzu häufig als negativ auf. Jobwechsel, Umzüge, das Kennenlernen und Loslassen von Lebenspartnern – alles verbunden mit einer gewissen Form von Aufregung und Furcht – alles Umstände, die unser Leben erstmal aus den bekannten Bahnen und ins Ungewisse zu führen scheinen. 

Doch haben wir uns einmal an einen neuen, veränderten Zustand gewöhnt, uns an die Umstände unserer Umgebung angepasst und mit dem Ergebnis des immer wiederkehrenden Zufalls abgefunden, scheint es uns fast schon wieder an der Zeit, Veränderung einzuladen, um aufkommender Langeweile vorzubeugen. 

Einmal das ständige Auf und Ab, die Zyklen des Lebens und den Charme des Wandels erkannt, scheint es fast unsinnig, Veränderungen als negativ zu empfinden – in manchen Fällen sogar zu fürchten. Wie wäre es also, wenn wir beginnen sie zu zelebrieren? 

Der Akt des Räucherns und das Symbol des Feuers gehen typischerweise mit Veränderung einher. Flammen verwandeln feste Materie in Rauch und Asche. Lassen sie vor dem menschlichen Auge vergehen. Das Räuchern ist gleichzeitig symbolischer Akt und Methode, um sich zwischen Grobstofflichem und Feinstofflichem, physischer und spiritueller Ebene, Sein und Vergehen zu bewegen.

Geräuchert wird üblicherweise zum Wechsel von Jahren oder Jahreszeiten, zur energetischen Reinigung von Räumen, im spirituellen Sinne zur Unterstützung der Meditation oder einfach zum Beginn eines neuen Tages. Es ist ein ritueller Ausdruck der Verbundenheit mit der Natur und eng verwoben mit den Urinstinkten des Menschen. Der Rauch soll verbrauchte, blockierende Energien binden und mit sich fort tragen und uns die Chance geben, Neues willkommen zu heißen. Platz zu schaffen für frische Gedanken und Gefühle. Veränderungen einzuladen und anzunehmen. 

In ihrem Buch „Räucherrituale – Heilen, Segnen, Inspirieren“ widmet sich Keira Fogg auf sehr anschauliche und praktische Weise der Thematik des Räucherns. Sie gibt einen Überblick über die üblichen Pflanzen für Räucherrituale und erklärt, zu welchem Anlass sie verwendet werden. Neben den wunderschönen Bildern, die den Lesenden durch diesen Ratgeber tragen, sind es vor allem die Inspirationen für selbst gemachte, zweckgebundene Räucherbündel, die mich faszinieren. Mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet und um zahlreiche, wertvolle Tipps ergänzt, hat die Autorin einen praktischen Wegweiser gestaltet, um den Zauber von Veränderung und Wandel nicht nur zu erkennen, sondern gebührend zu zelebrieren. 

Ich bleibe, bis der Wind umschlägt. 

Mary Poppins

Lara

Als Pendlerin zwischen Gestern und Heute teile ich seit 2019 meinen inneren Monolog auf dieser Website. Micropolis ist für mich Collage und leeres Blatt. Eskapismus und Tor zur Welt.

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