Rezension, Über Bücher

Munkey Diaries

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Zum Ende des Jahres habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, die Texte, die ich 2019 verfasst habe, in einem Journal zusammenzutragen. Ich schreibe fast täglich. Es sind Erfahrungen, Gedanken und kurze Geschichten, die ihren Weg in mein Notizbuch finden. 

Als ich in der vergangenen Woche, beim Betrachten meiner 2019 gesammelten Gegenstände und Bilder, an all die Erlebnisse des Jahres zurückdenken musste, kamen wie erwartet die wirklich schönen und die besonders schlechten Erinnerungen wieder an die Oberfläche. Im Nachhinein nun diese Erinnerungen um die Texte zu ergänzen, die ich in den verschiedenen Situationen verfasst habe, ermöglicht mir eine ganz neue Form der Reflexion. 

Ich beginne zu verstehen, wann und warum bestimmte Erkenntnisse in mir aufgestiegen sind. Wie und woraus sich Ansichten und Geschichten entwickelt haben und ich begreife, was und von wem ich dieses Jahr lernen durfte. 

Den Rückblick, den ich heute in kleinem Rahmen mache, hat die britische Sängerin und Schauspielerin Jane Birkin nun über ihr ganzes Leben gezogen. Seit ihrer Kindheit schrieb sie immer wieder ihre „Munkey Diaries“ und hörte erst damit auf, als ihre älteste Tochter vor einigen Jahren Selbstmord beging. Die heute 72 jährige hatte nun den Mut, diese persönlichen Mitschriften ihres Lebens in zwei Bänden zu veröffentlichen, von denen der erste in diesem Jahr erschienen ist. 

In uneingeschränkter Offenheit und liebevoll untermalt von persönlichen Nachträgen, Gedichten, Zeichnungen und Fotografien, erzählt Birkin nicht nur ihre eigene Geschichte, sondern auch die vieler eng verbundener Freunde und Kollegen. 

Wer schon immer mehr über ihr Leben und vor allem ihre aufregende Beziehung zu Serge Gainsbourg wissen wollte, dem kann ich dieses Buch wärmstens ans Herz legen. Nicht selten haben mich die liebevoll geschriebenen Anekdoten des unkonventionellen Paares zum Lachen und Staunen gebracht. 

Das Buch ist ohne Frage ein Muss für Fans der Ikone und auch Liebhaber der französischen Filme und Musikszene ihrer Zeit werden sicherlich Freude an den privaten Einsichten haben. Mein mangelndes Vorwissen über das Zeitgeschehen rund um Birkin gestaltet das letzte Drittel des Buches für mich jedoch sehr anstrengend. Die Spannung der ersten Erlebnisse mit Serge hinter sich, berichtet sie viel über berufliche Reisen und die Zeit am Set. Da mir leider weder die Filme, noch die involvierten Schauspieler genauer bekannt sind, kann ich auch ihren Ausführungen nur mit mäßigem Interesse folgen. Das Buch endet mit der Trennung von Serge 1982.

Der zweite Teil erscheint im nächsten Jahr.

ENGLISH

MUNKEY DIARIES

At the end of the year I made it my task to compile the texts I wrote in 2019 in a journal. I write almost daily. It is experiences, thoughts and short stories that find their way into my notebook.

When I had to think back on all the experiences of the year last week, while looking at the objects and pictures I collected in 2019, the really beautiful and the especially bad memories came to the surface again, as expected. Now, in retrospect, supplementing these memories with the texts that I wrote in the various situations allows me a completely new form of reflection.

I begin to understand when and why certain insights have risen in me. How and from what views and stories have developed and I understand what and from whom I was allowed to learn this year.

The review I am doing today on a small scale has now been written by the British singer and actress Jane Birkin about her whole life. Since her childhood, she wrote her „Munkey Diaries“ again and again and only stopped writing them when her oldest daughter committed suicide a few years ago. The now 72-year-old now had the courage to publish these personal notes of her life in two volumes, the first of which was published this year.

In unrestricted openness and lovingly accompanied by personal supplements, poems, drawings and photographs, Birkin tells not only her own story, but also that of many closely connected friends and colleagues.

If you have always wanted to know more about her life and especially her exciting relationship with Serge Gainsbourg, I can warmly recommend this book. Not infrequently, the lovingly written anecdotes of this unconventional couple have made me laugh and marvel.

The book is without question a must for fans of the icon and also lovers of the French film and music scene of their time will certainly enjoy the private insights. However, my lack of previous knowledge about current events around Birkin makes the last third of the book very exhausting for me. The tension of the first experiences with Serge behind her, she tells a lot about professional travels and time on the set. Unfortunately, since neither the films nor the actors involved are known to me in detail, I can only follow her explanations with moderate interest. The book ends with the separation from Serge in 1982.

The second part will be published next year.

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